April 2015  SEO-News: Googles großes Mobile Update
 
Googles Mobile Update

Vor einer Woche hat Google die userfreundliche Nutzbarkeit von Webseiten auf mobilen Smartphones als Rankingfaktor für mobile Suchen eingeführt. Unter großer medialer Aufmerksamkeit wurde im Vorfeld vom "mobilegeddon" gesprochen. Diese rührten in erster Linie aus den ungewohnt umfangreichen Ankündigungen bzw. Hilfestellungen seitens des Suchmaschinenprimus.   Zum jetztigen Zeitpunkt können wir feststellen, dass zwar das Update auch bereits in Deutschland ausgerollt ist, aber die Auswirkungen erst innerhalb der nächsten Wochen spürbarer werden. Wir sagen Ihnen, was Sie über die Änderungen wissen sollten, wie Sie Ihre Website prüfen und zeigen Ihnen Handlungsempfehlungen auf.

Angekündigt wurde, dass die Veränderungen im Ranking größer sein würden als bei früheren Algorithmus-Updates wie Penguin oder Panda. Betroffen sind vor allem die mobilen Suchanfragen. Webseiten, die noch keine mobile Variante oder eine App anbieten können, werden künftig massiv an Traffic von Google verlieren, da sie im Ranking abgestuft werden.

Dass das Google Update zukünftig nicht unerheblich die mobilen SERPs (Suchmaschinen-Ergebnisse) beeinflussen wird, dafür sprechen viele Anzeichen.

1. Die offizielle Ankündigung vom 26.02.2015 im Blog der Google Webmaster Zentrale:

"Ab dem 21. April gilt die Optimierung für Mobilgeräte auch als Rankingsignal. Diese Änderung wirkt sich auf mobile Suchanfragen in allen Sprachen weltweit aus. Daher werden Nutzer bei Suchanfragen eher hochwertige Ergebnisse erhalten, die sowohl für ihre Anfragen relevant als auch für ihre Geräte optimiert sind."
(Google Webmaster Zentrale Blog, 26. Februar 2015)

Pünktlich zum 21.04.2015 folgt die Bestätigung für das Rollout des Updates durch Google:

"Wie bereits Anfang des Jahres angekündigt beginnen wir heute mit der weltweiten Einführung unseres Updates für die Mobilgeräte-Optimierung. Im Zuge dieser Einführung verbessern wir das Ranking von für Mobilgeräte optimierten Seiten in den Ergebnissen der mobilen Suche.
Nutzer können jetzt noch einfacher qualitativ hochwertige und relevante Ergebnisse finden, wo die Texte ohne viel Aufwand direkt lesbar sind, die Tippziele genügend Abstand bieten und die Seiten nicht anzeigbare/abspielbare Inhalte und horizontales Scrolling vermeiden.

Dieses Update:

  • wirkt sich nur auf das Ranking in Suchergebnissen auf Mobilgeräten (Smartphones) aus,
  • betrifft Suchergebnisse in allen Sprachen weltweit,
  • gilt für einzelne Seiten, nicht für ganze Websites"

2. Facelift der Snippets in mobilen Sucherergebnissen:

Seit Ende 2014 haben schon die Snippets der Anzeigen im mobilen Google Index ein Facelift erhalten. So unterscheiden sich seit dem die Anzeigen in den Sucherergebnissen bereits je nach Endgerät. Während bei der Suche vom Desktop-PC keine Änderungen zu sehen sind, sehen Smartphone User mit dem Hinweis „Für Mobilgeräte" gleich, dass die Ziel-Website für das benutzte Gerät optimiert ist. 

 

Ebenso werden bereits vermehrt Apps in den mobilen Sucherergebnissen angezeigt, die entweder direkt auf die installierte App leiten, oder die Zahl der Installationen durch Weiterleiten des Users  zum Download im entsprechenden Store erhöhen wird:

Weitere Infos finden Sie auf den Google Developer Seiten.

   

3. Hinweise in den Google Webmastertools:

Seit Januar 2015 hat der Suchmaschinenkonzern bereits Warnungen an Webmaster versandt, deren Webseiten nicht für mobile Geräte wie Smartphones und Tablets geeignet sind.

 

Der Hintergrund des Google Updates:

Google oberstes Ziel lautet Qualität und Relevanz (siehe z. B. So funktioniert die Suche). Mit dem Update wird Google dem veränderten Surf-Verhalten gerecht. Der Suchtraffic über Mobiltelefone und Tablet-Devices übersteigt in Deutschland bereits 30% und wächst rasant weiter (Quelle: Webtrekk Statistik 4. Quartal 2014).

Googles Bestreben ist es, dem User zu jeder Zeit das endgerätabhängig beste und relevanteste Ergebnis einer jeden Suchanfrage auszuliefern. Dieses Ziel wird Google mit den neuen Änderungen lösen werden:

  • Mehr mobilfreundliche Websites in Suchergebnissen
  • Mehr relevante App-Inhalte in den Sucherergebnissen.

https://developers.google.com/webmasters/mobile-sites/

 

Auswirkungen – wie erkenne ich, ob ich handeln muss?

Es ist damit zu rechnen, dass die Mobiltauglichkeit von Webseiten einen nicht unerheblich großen Rankingfaktor auf die mobilen SERPs haben wird.

Google wird nicht mobil optimierte Webseiten in den mobilen Suchen „abstrafen“, d. h. solche Websites werden gegenüber mobiloptimierten Seiten an Rankingpositionen verlieren.

Es ist jedoch nur einer von vielen weiteren Faktoren, die in den Algorithmus mit einberechnet werden. Das bedeutet konkret: nicht mobil optimierte Seiten  werden bei mobilen Suchen gerade bei generischen Keywords (z.B. "blaue Turnschuhe") gegenüber anderen Seiten mit mobiler Seite an Plätzen verlieren, sofern diese einen ähnlich relevanten Inhalt bieten. Bei Suchen mit Ihrem Brand oder Firmennamen ist dagegen eine Abstufung nicht zu befürchten, da der relevanteste Inhalt zum Brand-Keyword von Ihrer Seite kommen sollte.

Folgende vier Kriterien sind für eine mobile-friendly Website entscheidend:

  1. Für Mobilgeräte unübliche Software wie Flash wird vermieden
  2. Der Text kann ohne Zoomen gelesen werden
  3. Die Größe des Inhalts wird an den jeweiligen Bildschirm angepasst, sodass Nutzer nicht horizontal scrollen oder zoomen müssen
  4. Der Abstand zwischen Links ist groß genug, damit Nutzer problemlos auf den gewünschten Link tippen können.

Welchen Qualitätsansprüchen Websiten für mobile User gerecht werden müssen, hat Google in umfangreichen Guidelines im Developer-Portal veröffentlicht.

 

Mobile Optimierung: Was muss ich tun?

Selbst wenn Ihre Seite eine mobil optimierte Version zur Verfügung stellt, sollten Sie prüfen, ob der mobile Googlebot diese auch als solche erkennt. 

Der erste Schritt sollte sein, die eigene Seite einmal im Googles eigenen Tool zu testen. Sollte Ihre Seite den von Google zur Verfügung gestellten Test auf Mobilgeräte bestehen, dann können Sie sich fast zurücklehnen und entspannen.

Zur Sicherheit sollten Sie auch verschiedene Seitentypen (Kategorien/ Produktseiten) überprüfen, die auf der Domain existieren. Da neben der mobilen Ansicht auch die Ladezeiten auf mobilen Geräten eine zentrale Rolle für die Usability spielen, gehen Sie auf Nummer sicher, wenn Sie zusätzlich den Speedtest von Google nutzen, um auch die Ladezeiten zu prüfen.

 

Zudem gibt es in den Google Webmastertools eine Funktion, die sich "Abruf wie durch Googlebot" nennt. Hier sollte man einmal seine Domain in der mobilen Version "Abrufen und Rendern". Mittlerweile zeigt Google einen Vergleich zwischen dem, was User sehen und dem, was der Googlebot sieht. Sieht die Seite dort seltsam aus oder fehlen Elemente, dann ist dies ein Indiz dafür, dass möglicherweise wichtige Ressourcen nicht vom Googlebot lesbar sind und sollte ernst genommen werden. Unterhalb der Screenshots werden einem die blockierten Elemente, die man gegebenenfalls entblocken muss, angezeigt.

Teilweise sind es schnell zu behebende Fehler, die diese Tools aufdecken. Z. B. das Blockieren von JavaScript- oder CSS-Dateien über die Robots.txt-Datei. (s. Googles Leitfaden für Mobilgeräte ->  Häufige Fehler vermeiden)

Mobile Marketing wird von Google unterstützt: Apps werden bevorzugt in den Sucherergebnissen angezeigt

Als zweiter Faktor kommen nun aber auch die auf dem Smartphone oder Tablet installierten Apps dazu. Da die meisten Apps immer auch mit einer Webseite verknüpft sind, kann dies natürlich als sehr wichtiges Signal für die Interessen des Nutzers genutzt werden. Hat ein User beispielsweise eine Shopping App installiert, wird er in Zukunft also bei der Suche nach bestimmten Artikeln häufiger die Webseite der bereits installierten App vorfinden als andere Konkurrenz-Portale. Im besten Falle öffnet sich der Link dann auch gleich wieder in der bereits auf dem Smartphone installierten App. Webmaster sollten nun also auch darüber nachdenken, für ihre Webseite eventuell eine eigene App zu erstellen.

Denken Sie daher jetzt über die Entwicklung einer App nach, wenn Sie noch keine haben und es dem User einen Mehrwert bietet. Mit dem Update sorgt Google für eine stärkere Nutzung. Dieses Potential sollten Sie nutzen. Zustätzlich erhöhen Sie mit einer App die langfristige Kundenbindung und -Awareness.

Wenn Sie bereits Ihren Usern eine App zur Verfügung gestellt haben, sprechen Sie uns an, wir prüfen gerne für Sie, ob Sie den Richtlinien von Google für eine optimale Indizierung entspricht.

Weiterführende Infos zur App-Indizierung https://developers.google.com/app-indexing/webmasters/details

 

Fazit:

Der Anteil mobiler User wird weiterhin steigen. Mit den Veränderungen des mobilen Suchergebnisses wird Google dem Verhalten der Internetnutzer gerecht und erhöht den Druck an Webseiteninhaber, die Qualität ihrer Seite zu verbessern.

Unabhängig von den Änderungen des mobilen Algorithmus sind die.interaktiven der Meinung, dass heute eine mobile-optimierte Website ein absolutes MUSS ist. Jeder Besucher Ihrer Website ist ein potentieller Kunde – und dieser sollte sich auf Ihrer Website wohlfühlen. Stellen Sie daher das Nutzererlebnis auf allen Endgeräten in den Vordergrund.